Vor dem Anstrich

Prüfen des Altanstrichs

Soll nur ein Wiederholungsanstrich durchgeführt werden, muss zunächst geprüft werden, ob der vorhandene Altanstrich noch eine gute Haftung zum Untergrund besitzt. 

Einen Test hierfür können Sie mit einem starken Klebestreifen problemlos und einfach selbst durchführen. Pressen Sie den Klebestreifen an mehreren Stellen auf die zu bearbeitende Fläche und ziehen Sie ihn ruckartig und schnell wieder ab. Bleibt altes Anstrichmaterial am Klebestreifen haften, so muss dieser Anstrich auf jeden Fall entfernt werden, da sonst der Neuanstrich nicht haften kann. Altanstriche lassen sich durch Schleifen oder bei 1-Komponenten-Produkten auch mittels Farbentferner (Abbeizer) entfernen. Bitte beachten Sie, dass Altantifoulings mit Nassschleifpapier geschliffen werden sollten.

Grundregeln zum Überstreichen

Ist ein Altanstrich für tragfähig befunden worden, so müssen Sie einige wichtige Regeln beachten und einhalten:

  • Sind Zusammensetzung oder Aufbau des Altanstrichs nicht bekannt, so ist es immer besser, die Beschichtung von Grund an neu aufzubauen. Die Chancen, durch Experimentieren Zeit und Geld zu sparen, sind gering, das Ergebnis meist unbefriedigend.
  • Bringen Sie auf einen vorhandenen Altanstrich nur ein passendes System auf.

Faustregel:

  • Auf 1-komponentigen Untergründen keine 2-Komponenten-Produkte verwenden – außer der Hersteller räumt dies ausdrücklich ein.
  • Selbstpolierende – oder PTFE (Teflon)-haltige Antifoulings können nur mit sich selbst überarbeitet werden.
  • Fragen Sie in Zweifelsfällen direkt beim Hersteller nach.

Oberflächenvorbehandlung

Oberflächen, die eines neuen Anstrichs bedürfen, müssen zuerst gründlich gereinigt werden. Dabei sind Schmutz, Öl, Fett, Wachs, Silikon, Trennmittel und andere Verschmutzungen gründlich zu entfernen. Erst dann können Sie mit den Schleifarbeiten beginnen, andernfalls werden Oberflächenverschmutzungen mit dem Schleifstaub lediglich auf der gesamten Fläche verteilt. Das gilt für Neuanstriche ebenso wie für Wiederholungsanstriche. Benutzen Sie zur Reinigung spezielle Yacht-Cleaner, warmes Wasser und eine Bürste oder einen „Scotchbrite“ Schwamm. Aluminium anschleifen und mit Wilckens 2K-PU-Verdünner entfetten.

Ob Sie gründlich gereinigt haben, erkennen Sie, wenn das Wasser auf der gereinigten Oberfläche gleichmäßig und ohne zu perlen abläuft. Um die Voraussetzungen für eine gute Haftung des neuen Anstrichs zu gewährleisten, muss die Oberfläche immer gut geschliffen werden bis sie gleichmäßig glatt erscheint.

Da Trockenschleifen eine staubige Angelegenheit ist, empfiehlt es sich, nass zu schleifen. Dies ist außerdem wesentlich wirtschaftlicher, da das Schleifpapier länger seine Wirkung beibehält, sofern es immer nass genug gehalten wird. Sollten Sie dennoch trocken schleifen, so setzen Sie am besten einen Exenterschleifer ein, an dem ein Staubsauger angeschlossen ist.

Wichtig: beim Trockenschleifen Staub- und Atemschutzmaske tragen.

Farbverbrauch, Ergiebigkeit

Alle Wilckens-Yachtline-Produkte sind streich und rollfähig eingestellt. Die in unseren Unterlagen angegebenen Ergiebigkeiten verstehen sich pro Anstrich bei angegebener Schichtdicke.

Berücksichtigen Sie jedoch bitte beim Streichen und Rollen einen Verlust von ca. 10 % und beim Spritzen von ca. 30 %. Werden die Farben und Lacke verdünnt, erhöht sich zwar die Ergiebigkeit, jedoch wird die Trockenschichtdicke entsprechend geringer.

Aufgrund der vielen verschiedenen Bootstypen gibt es keine allgemeingültige Formel für die Berechnung der Unterwasserfläche. Folgende Formel ergibt jedoch einen Annäherungswert: Länge Wasserlinie x (Breite + Tiefgang)

Die Fläche für den Überwasserbereich ergibt sich annähernd aus der Formel:
2 x (Länge über alles x mittleres Freibord)

für die Decks:
0,6 x (Länge über alles x Breite) abzgl. der Fläche der Kajüte, Cockpit etc.

und für Masten und Rundhölzer:
Durchmesser x 3,14 x Länge